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| Hallo Werner und Dirk, hallo Gruppe, alleine die Diagnose einer hyperaktiven Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung (die übrigens nur was aussagt, wenn sie von *Fachärzten* für Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. für Psychiatrie kommt!!) sagt nichts über die Tauchtauglichkeit aus. ADHS heißt "attention deficit hyperactive syndrome", also hyperaktive Störung von Aufmerksamkeit, Konzentration, Ausdauer; manche Betroffenen sind nicht besonders bewegungsunruhig, wirken eher verträumt-abwesend, daher wird das "H" oft eingeklammert oder weggelassen. Sehr verkürzt formuliert, handelt es sich um ein Stoffwechselungleichgewicht zwischen verschiedenen Nervenzellen bzw. Zellverbänden im Gehirn. Schwierige soziale/familiäre Bedingungen können die Symptomatik verschärfen (und tun es meistens), aber nicht alleine verursachen. Sie sind oft aber auch Folge von impulsivem, leicht provozierbarem und scheinbar leistungsverweigerndem Verhalten. Wie Dirk schon formulierte, kommt es darauf an, ob der Jugendliche vom Verhalten her mit der Taucherei und der nun mal notwendigen Disziplin dabei klarkommt. Wichtig ist natürlich auch seine Motivation. Unbehandelte ADHSler können (müssen nicht) vermehrt unfallgefährdet sein durch Unaufmerksamkeit (die keine böse Absicht ist) oder unbedacht-impulsive "unvernünftige" Handlungen (die ihnen hinterher oft genug leidtun). Wird die Störung von Aufmerksamkeit, Konzentration, (geistiger) Ausdauer und /oder Aufmerksamkeit einschließlich etwaiger Verhaltensstörungen kompetent behandelt (Medikamente plus psychotherapeutische Trainingsmaßnahmen), und spricht die Behandlung an, gibt es meiner Meinung nach keine wesentliche Einschränkung der Tauchtauglichkeit durch die ADHS - bei Jugendlichen wird ja wohl sowieso die Anleitung und Beaufsichtigung strenger sein als bei "vernünftigen" Erwachsenen (jaja, auch Erwachsene können ausgesprochen unreif sein, aber das ist ein anderes Thema). Die bei den allermeisten ADHSlern sinnvolle und notwendige sachgerechte Behandlung mit Methylphenidat (im Handel z. B. als "Ritalin" oder "Medikinet") oder verwandten Substanzen wird in aller Regel sehr gut vertragen; diese Behandlung (speziell wenn sie schon eine zeitlang ohne Probleme läuft) ist aus psychiatrischer Sicht kein Grund, das Tauchen zu verbieten. Über erhöhte Risiken z. B. Tiefenräusche zu erleiden oder ähnliches gibt es keine verläßlichen Informationen; aber das weiß der allergesündeste Anfänger über sich auch nicht, wo er/sie Probleme kriegen wird. Für den konkreten Einzelfall: Rauskriegen, woher die Diagnose kommt. Mit behandelndem Facharzt/-ärztin reden einschließlich Infos zur Behandlung. Im Training klare Regeln aufstellen und diese konsequent durchziehen, aber dem Tauchinteressenten immer die Chance lassen, sich als verantwortungsbewußter Taucher zu zeigen. Ich denke, das war's erstmal an allgemeinen Infos - näheres bitte per PM (führt wohl zu weit weg vom Newsgroupthema) an U.Schwemmle@gmx.de. Tauchgrüße von Ursula Ceterum censeo: WEG mit der gräßlich häßlichen sogenannten "Rechtschreibreform"!! Dirk M. Zebisch <dirk@atrollo13.de> schrieb in im Newsbeitrag: bloj1m$ve2$1@pelikan.DLRG.de... > Hallo Werner, > > >ich habe da eine medizinische Frage. Wir haben einen Jugendlichen, der > >Interesse an einer Tauchausbildung hat. Wie ich inzwischen erfahren > >habe, leidet dieser Junge an ADS (eine Aufmerksamkeitsstörung). > > > AD(H)S ist leider sehr uneinheitlich definiert. Sollte der Befund im > Rahmen einer psychologischen Abklärung erhoben sein, befinden wir uns in > der DLRG ohne fachliche Unterstützung m. E. jenseits dessen, was wir > bzgl. Tauchen leisten können. > > >Zumindest in der EH- und Schnorchel-Ausbildung ist dies auch schon > >negativ aufgefallen. Kann mir ein medizinisch Bewanderter mit einer > >Antwort bzgl. Tauchtauglichkeit weiterhelfen. > > > Aufgrund der Datenlage: eine Bewertung ist so nicht möglich. > > >Persönlich wüsste ich für das für oder wider geren einige Argumente. > >Denn mit einem "ich will ihn nicht ausbilden..." kommt man beim > >Gegenüber schlecht an. > > > > > Entweder du arbeitest bei vorliegendem AD(H)S mit entsprechenden > Fachleuten zusammen, oder du vergisst AD(H)S einfach. > > Die Frage in deinem Fall lautet doch einfach: Zeigt sich dieser junge > Mensch so verantwortungsbewusst, zuverlässig und sicher, dass er im > Gerätetauchen (nehme ich mal an...) ausgebildet werden kann oder nicht? > > Damit er ausgebildet werden kann, muss er Vorleistungen bringen. Lass > ihm auch die Zeit, sich darauf einzustellen. Klingt jetzt vielleicht > doof, aber ich würde mich da nicht auf Geargumentiere einlassen. > > Viele Grüße > > Dirk > > > |
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| Re: Tauchtauglichkeit | Heike Stephan | (German) | 0 | 11-03-2004 09:21 AM |
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