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#1
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| On Fri, 11 Jun 2004 13:27:02 +0200, Peter Rachow <peter.rachow@t-online.de> wrote: > > Hallo Robert, > >>Wieso, ist doch ganz einfach: Doppelblindprobe. > > So einfach ist es auch nicht. Wenn man eine DBS entwirft, bei > der es um die Erfassung subjektiver Parameter geht, muss zuerst > ein Untersuchungsrahmen entwickelt werden, anhand dessen dann > das Ergebnis objektiv, valide und reliabel herausgearbeitet werden > kann. Hier ist es mogelicherweise einfacher. Denn die Leute sagen ja, dass sie einen Unteschied feststellen koennen. Du sagst ihnen vorher, dass sie mit 50% Wahrscheinlichkeit Nitrox haben (und, hallo KK, wenn Du's wirklich doppelblind machen willst, weisst Du selbst nicht, was drin ist, weil ein Kumpel von Dir gefuellt hat) und hinterher fragst Du sie, ob sie Luft oder Nitrox hatten. Wenn sie das besser als zufaellig richtig einschaetzen koennen, hat es einen Effekt. Und wenn die Antworten mit dem wahren Gasgehalt nicht korreliert sind, weisst Du, dass es der 'ich hab viel bezahlt, also muss es gut sein' Placeboeffekt war. Dazu noch zwei OT Geschichten: Eine Freundin von mir hat fuer eines dieser grossen Stella-Musicals im Kuenstlerischen Betriebsbuero gearbeitet. Die haben mal eine Zuschauerbefragung durchgefuehrt, wie die es denn so fanden und haben festgestellt, dass die Show besser angekommen ist, je mehr die Leute fuer ihr Ticket bezahlt haben. Das deckt sich uebrigens auch mit meiner persoenlichen N=1 Stichprobe: Ich hatte eine Freikarte und habe schon waehrend der Ouvertuere das Theater verlassen (hatte aber auch noch andere Gruende). Zweite Geschichte: Vor ein paar Jahren bekamen wir so eine Waterfountain ins Institut, also so eine kuehlende Zapfsaeule fuer unbitzeliges Wasser. Ich habe mich darueber etwas aufgeregt, denn warum soll mann stilles Tafelwasser (also Leitungswasser von anderswo) quer durch Europa mit dem Lastwagen schaffen, wo selbst in Potsdam schon Kanalisation vorhanden ist und hervorragendes Wasser aus dem Wasserhahn kommt. Mein Kumpel und Kollege Kilian bestand aber darauf, dass er einen Unterschied schmecken koenne und wir einigten uns auf eine Einfachblindprobe, aelteren Fernsehzuschauern auch als Pepsitest bekannt. Wir haben sogar beider Wasser eine Weile in den Kuehlschrank gestellt, um eine Unterscheidungsmoeglichkeit an Hand der Temperatur auszuschliessen. Und weil wir Scherzbolde waren, hatten wir natuerlich in beide Becher Leitungswasser gefuellt. Und weil Kilian uns gut kannte wusste er auch (wie eine Befragung im Nachhinein ergab) sofort, als ihm die Augen verbunden wurden, dass ihm zweimal das gleiche vorgesetzt werden wuerde. Aber trotzdem hat er es geschaftt und hat 2x Leitungswasser erkannt. Fuer eine bessere Statistik haetten wir das Experiment allerdings noch ein paar Mal wiederholen muessen. Gruesse Robert -- ..oOo.oOo.oOo.oOo.oOo.oOo.oOo.oOo.oOo.oOo.oOo.oOo. oOo.oOo.oOo.oOo.oOo.oOo.oOo.oO Robert C. Helling Department of Applied Mathematics and Theoretical Physics University of Cambridge print "Just another Phone: +44/1223/766870 stupid .sig\n"; http://www.aei-potsdam.mpg.de/~helling |
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#2
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| On 14 Jun 2004 17:09:19 GMT Robert C. Helling wrote: > Zweite Geschichte: Vor ein paar Jahren bekamen wir so eine > Waterfountain ins Institut, also so eine kuehlende Zapfsaeule fuer > unbitzeliges Wasser. Ich habe mich darueber etwas aufgeregt, denn > warum soll mann stilles Tafelwasser (also Leitungswasser von anderswo) Auch, wenn das jetzt OT wird: Ich war letztens bei einem Kumpel zu Besuch und trank dort ein Glas Wasser. Da das _deutlich_ besser schmeckte, als mein Leitungswasser zu Hause, fragte ich, was er denn fuer Wasser naehme: normales Leitungswasser, aber durch einen "Doppelumkehrosmosefilter[1]" (oder so aehnlich) "aufgereinigt". Ok - nur 'ne Einfachblindstudie; der Filter ist aber wirklich zu empfehlen! Gruss, Vol"und keine Schlieren mehr auf dem Tee"ker [1] Das sind so Dinger, wo auf 1 l Trinkwasser 4 l Abwasser "erzeugt" werden, die aus einer Kohlevorstufe, einem Membranfilter und einer Kohlenachstufe bestehen und nicht der Gefahr der bakteriellen Verunreinigung unterliegen. Oekologisch nicht ganz einwandfrei (wg. dem Abwasser), aber immer noch besser, als Leitungswasser aus Bayern in Berlin zu kaufen (und zu schleppen). -- Volker Mueller volker@flinux:~> echo sh _\& sh _\& > _; sh _ # Bomben zu Bierhumpen! while (Environment.getTemperature() < 23) Environment.increaseTemperature (2.3); |
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