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#1
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| Hallo Joerg, "Joerg Malke" <jocko@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag news:d055s9$i2b$1@online.de... > @ Leon: Wo finde ich Infos und Untersuchungen darueber, dass das > Anfuettern von Großen Weißen deren natuerliches Verhalten veraendert? > Wuerde mich interessieren. Ich "glaube" das naemlich nicht - kann es aber > nicht belegen. Kannst Du es? ich kann es genau so wenig belegen. Ich hatte vor Jahren ebenfalls den Wunsch, solche Käfig-TG zu machen, aber gleichzeitig das Glück, mit Wissenschaftern vom Rang eines Konrad Lorenz und Bernd Lötsch (Schüler von Lorzenz und heute Leiter des Naturhist. Museeums in Wien) über das Thema reden zu dürfen. Beide, Lorenz und Lötsch haben meinen Wunsch ziemlich schnell während der Gespräche auf das zurückgestutzt was er war, nämlich Unsinn. Jeder Eingriff in das Verhalten der Tiere (und da gehört anfüttern eben dazu) verändert das Verhalten der Tiere in einem Maß, dass sie ihrer ursprünglichen Aufgabe nicht mehr nachgehen, sondern, wie alle Lebewesen, den Weg des geringsten Widerstandes gehen und sich einfach nur mehr füttern lassen. Es ist wirklich so, dass der Große Weisse an bestimmten Plätzen in Südafrika bereits auf die Boote mit den Anfütterern wartet, um Nahrung auf zu nehmen. Für die (zahlenden) Gäste fein, weil die Veranstalter quasi eine Haigarantie abgeben können, für den Hai ein Schwachsinn, weil er verlernt, sich selber mit Nahrung zu versorgen. Dazu kommt, dass die Tiere extrem agressiv reagieren, wenn sie zu wenig Futter bekommen (das weiß ich aus erster Hand von einem Arbeitskollegen, der in SA geboren ist und jedes Jahr 2-3 Monate in SA bei seiner Familie verbringt und langjähriger Taucher ist). Lies das Posting von Martin zu diesem Thema, das ist alles (ziemlich gut) erklärt. Gruß aus Wien Leon Berger |
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#2
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| Hallo Joerg, "Joerg Malke" <jocko@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag news:d05ao6$pa0$1@online.de... > Und zu den "Experten", gleich welcher Couleur: Deren Meinung ist ja nun > auch haeufig genug ideologisch verbraemt, da brauchen wir uns nix > vorzumachen. den Satz hätte ich gerne von Dir genauer erklärt. Gruß aus Wien Leon Berger |
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#3
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| Hallo Joerg, "Joerg Malke" <jocko@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag news:d05bsc$qtj$1@online.de... > naja, stell Dir vor eine Studie ueber einen Stoff, der in die Umwelt > gelangt und beispielsweise das Liebesleben der Feldhamster negativ > beeinflusst. > Eine Studie wird in Auftrag gegeben von der Herstellerfirma des Stoffes, > eine andere wird initiiert vom "Bund fuer Umwelt und Naturschutz". Muss > ich weiter erlaeutern? nein, musst Du nicht Aber als ich die Gespräche mit Konrad Lorenz geführt habe und das ist sehr lange her (ich glaube 1984 oder so), waren Herrn Lorenz diverse Studien, so es sie bereits gegeben haben sollte, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit völlig wurscht. Der Mann hatte im Alter eine wohltuende Respektlosigkeit und hat seine Meinung, wurscht ob sie jemandem gefallen hat oder nicht, ohne Kompromiss vertreten. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass es in erster Linie ihm zu verdanken ist, dass es in derNähe von Wien kein neues Kraftwerk, sondern immer noch eine (mittlerweile geschützte) Aulandschaft gibt. Und da ist er mit seiner Meinung bei allen Politikern angeeckt, die damals was zu sagen hatten. OT: Lorenz hatte in seinem Haus in Altenberg (im Keller) ein riesiges Salzwasseraquarium. Vor dem ist er gesessen (nach dem Mittagessen und dem nicht verzichtbaren Mittagsschlaf) und hat uns das Verhalten der Rifffische erklärt. Aus diesen Nachmittagen habe ich mehr gelernt als aus allen Büchern, die ich später über Revierverhalten von Riffwohnern gelesen habe. Einfach faszinierend, der Mann! Gruß aus Wien Leon Berger |
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#4
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| Moin Leo, Leo Ochsenbauer [www.nullzeit.at] wrote: > Ich denke mir, wenn er das so sagt, kann ich als Laie > nicht einfach kommen und sagen: ist doch alles Quatsch. Ich denke mir, > er wird entsprechende Untersuchungen haben und auch entsprechende > Ahnung davon... nachdem Du ja nun schon mal in Kontakt mit ihm standest - gibt es die Möglichkeit, eine genauere Erklärung dazu zu erhalten oder evtl. einen Quellenverweis? Man verschafft den Haien mit solchen Aktionen regelmäßig Futter, das sie nicht auf natürliche Art finden oder erjagen müssen. Und man gewöhnt sie so an ddie Nähe von Menschen. Die "Hauptdirektive" wäre damit also verletzt. *g* Eine nachvollziehbare Erklärung für das Gegenteil wäre äußerst interessant. Ich meine damit nicht, daß auf die "richtige Art" der Schaden begrenzt würde; also man solche Aktionen weniger häufig durchführte oder sich auf wenige Plätze beschränkte. Lieben Gruß, Mat |
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#5
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| Hi Mat, Matthias Römer schrieb: > nachdem Du ja nun schon mal in Kontakt mit ihm standest - gibt es die > Möglichkeit, eine genauere Erklärung dazu zu erhalten oder evtl. einen > Quellenverweis? werd ihn mal anschreiben und um entsprechende Auskunft bitten, vorweg mal eine vielleicht kleine Hilfe (man verzeihe die Werbung, ich hab wirklich nix davon ;o) - ich hab aber um nicht allzu werbend zu sein die Emailadressen rausgenommen, wens interessiert, weiß eh wie er zu sharkproject kommt): SHARKPROJECT, die internationale Initiative zum Schutz und zur Erforschung der Haie e.V. unterstützt mit ihren SHARKSCHOOLS™ Tauchbasen, die „tierverträgliches“ Tauchen mit Haien anbieten und Begegnungen mit diesen Tieren nicht als Befriedigung von Sensationsgier oder pseudomäßigem Heldentum betrachten. Haikurse dieser Art gibt es schon seit letztem Jahr auf den Bahamas und in Gaansbai/Südafrika. Zu den neuen Zielen für 2005 gehören Ägypten sowie zwei weitere Ziele in Südafrika: Protea Banks und Aliwal Shoal. Stets unter wissen-schaftlicher Leitung lernen die TeilnehmerInnen der SHARKSCHOOL™ die unterschiedlichen Haiarten und deren Verhalten kennen. Theorie und Praxis gehen dabei Hand in Hand. Am Ende des Kurses erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat als „Shark Specialist“. Die SHARKSCHOOLS™ zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sich bei den Tauch-gängen die Belästigung der Haie in akzeptablen Grenzen hält, Rücksicht auf „Kinderstu-ben“ genommen wird und wenn überhaupt, lediglich vertretbare Fütterungs- und Köder-methoden angewandt werden. Die erstmalig angebotene einwöchige Safari mit Dr. Erich Ritter zu den Brother Islands in Ägypten ist zwar schon ausgebucht, doch bei Interesse könnte noch eine weitere Woche ab 14. April 2005 organisiert werden. Interessenten melden sich bitte unter xyz. An der Ostküste Südafrikas in KwaZulu-Natal liegen die Portea Banks. Auf dieser ein-drucksvollen fossilen Sandbank leben verschiedene Haiarten. Zwischen 20. Februar und 20. Mai 2005 stehen vier verschiedene Termine zur Auswahl. Geleitet werden sie von einem der wohl erfahrensten Haitaucher der Welt: Andrew (Andy) C. R. Cobb. Der Kurs kostet 1.390 Euro pro Person ab/bis Durban einschl. fünf Übernachtungen im Doppel-zimmer, acht Tauchgängen, Workshop mit Vorlesung und Brevetierung als „shark specia-list“ sowie einer Nachtsafari im Hluhluwe Imfolozi Wildife Park. Ebenfalls unter der Leitung von Andy Cobb findet vom 11. bis 17. September 2005 ein Haikurs in Aliwal Shoal statt, wo sich zu dieser Zeit große Schwärme von Sandtierhaien tummeln. Der Preis beträgt ab/bis Durban einschließlich fünf Übernachtungen, acht Tauchgängen, Workshop, Brevetierung und Nachtsafari 1.290 Euro pro Person. Ganzjährig finden die Kurse auf den Bahamas statt. Von Grand Bahama aus werden in eintägigen Touren verschiedene Regionen angefahren, wo mit den unterschiedlichsten Haiarten interagiert wird. Anmerkung Leo: ich glaub das wichtige ist die angeführte "vertretbare" Ködermethode. Bekanntermaßen arbeiten ja auch Forscher mit Ködern - große Weiße in der freien Wildbahn aufzuspüren hat ja schon Cousteaus Söhnchen Probleme bereitet... Liebe Grüße Leo -- http://www.nullzeit.at - Tauchen in Österreich und dem Rest der Welt allemal einen Blick wert ;o) |
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#6
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| Hi Leo, Damit ist Shark Project für mich absolut gestorben. Ich hatte schon auf der Boot Bedenken wegen der unwissenschaftlichen Untermauerung der Unterschriftenlisten. lG Matthias Leo Ochsenbauer [www.nullzeit.at] wrote: > SHARKPROJECT, die internationale Initiative zum Schutz und zur > Erforschung der Haie e.V. unterstützt mit ihren SHARKSCHOOLS™ > Tauchbasen, die „tierverträgliches“ Tauchen mit Haien > anbieten ... >...... Zu den neuen Zielen für 2005 gehören Ägypten sowie ... >Zertifikat als „Shark Specialist“. > akzeptablen Grenzen hält, Wer bestimmt, was akzeptable ist? Der Break even point, die Rendite? > lediglich vertretbare Fütterungs- und Köder-methoden angewandt werden. Wer definiert vertretbar ? Hört sich sehr nach akzeptable Kollateralschäden an. > Die erstmalig angebotene einwöchige Safari mit Dr. Erich Ritter zu den > Brother Islands in Ägypten ist zwar schon ausgebucht, doch bei Interesse > könnte noch eine weitere Woche ab 14. April 2005 organisiert werden. > Interessenten melden sich bitte unter xyz. Wo melden sich desinteressierte Haie? LG Matthias |
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#7
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| Hallo Leo, Leo Ochsenbauer [www.nullzeit.at] wrote: > Theorie und Praxis gehen dabei Hand in Hand. Am Ende des > Kurses erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat als "Shark Specialist". berechtigt mich das Zertifikat, weltweit unter Bedingungen, die den Ausbildungsbedingungen gleich oder besser sind, nach Sharkproject-Regeln mit zugelassenen Haien zu tauchen und bei jeder Tauchbasis meine Köderboxen zu füllen? > : - ) Mittlerweile geht mir die Kärtchenverteilerei wirklich auf den Senkel....kann man denn noch nicht einmal so lobenswerte Ideen wie den Haischutz ohne solchen Quatsch veranstalten?!? Mir ist klar, daß man die entstandene Sensations-Industrie entweder verbieten oder steuern muss. So gesehen könnten wir den armen Bergbauern ja auch vorschlagen, statt Mohn zukünftig Coca anzubauen. Sehr konsequent! > ...die Belästigung der Haie in akzeptablen Grenzen hält,... Sie scheinheilig klingt _das_ denn? Die Belästigung der Haie ist akzeptabel, wenn man sie mit solchem Quatsch in Ruhe läßt. Wenn man Einen trifft, dann ist das schön, wenn nicht, dann nicht. Müssen wir die Natur denn einsperren oder dressieren, damit wir einen Zugang dazu finden können? > ...lediglich vertretbare Fütterungs- und Köder-methoden angewandt werden. Nickelfreie Fleischhaken? BSE-freie und cholesterinfreie Tofu-Koteletts und Quorn-Rouladen? > Bekanntermaßen arbeiten ja auch Forscher mit Ködern - > große Weiße in der freien Wildbahn aufzuspüren hat ja schon Cousteaus > Söhnchen Probleme bereitet... Cousteau et Fils waren ganz sicher keine Umweltschützer. Gruß, Mat |
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#8
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| Hallo Leo, Leo Ochsenbauer [www.nullzeit.at] wrote: > ...Haiforscher weltweit sowas machen.. hmmm... ich trau mir ehrlich > gesagt als absoluter Laie kein Urteil zu - ob gut oder schlecht - in > diesem Fall mein ich. deshalb hatte ich ja nach Ritters (warum kann ich keine Apostrophen mehr schreiben?) Begründung gefragt, bevor er für mich endgültig gestorben ist. Ich möchte gern nachvollziehen, inwieweit "richtiges Füttern" und eine "verträgliche Interaktion" einen Unterschied zwischen sensationsgeladenem Panoptikum und einfacher Beobachtung machen. Ich sehe da eine andere Organisation und andere Interessen im Hintergrund. War das Eintreten von Kurt Amsler für die Haifütterungen vielleicht etwas _zu_ offensichtlich fremdgesteuert und die Aktion mußte nun anders eingefädelt werden...? *ggg* > War glaub ich vor 2-3 Jahren. Sie haben m.W. 6 Monate lang gesucht > bis sie fündig wurden... Da hat er sich tatsächlich große Umstände bereitet. Es ist nämlich in der Wissenschaft wie im Geschäft (wenn man das noch trennen kann) - wenn dringend finanziell verwertbare Ergebnisse her müssen, fallen Prinzipien schnell um. Wenn der Octopus fernsehwirksam übers Deck kriechen soll, dann kriegt man ihn schon irgendwie dazu. Der Name Cousteau ist mittlerweile für mich ein rotes Tuch. Ich habe als Kind (nur, wenn ich mal krank war) nächtelang begeistert auf dem Sofa liegen und Cousteau-Filme gucken dürfen. Als ich die ganzen Filme 20 Jahre später als Taucher noch einmal angesehen habe, ist mir bei einigen Szenen vor Wut schlecht geworden. Schon ohne die späteren Zeugenaussagen seiner Mitarbeiter konnte man viele Szenen als barbarische Tierquälereien einstufen. Dann noch die Geschichte mit seinen Umweltgutachten... Wenn ich mir dann mal die so typisch amerikanisch-ignoranten Machwerke der beiden Tauchmumien Ron und Valerie Taylor ansehe....und die wurden als Taucher, Tierfilmer und Umweltschützer schon _so_ oft mit irgendwelchen Preisen ausgezeichnet. Wer unter den Protagonisten ist denn noch nicht irgendwie korrumpiert worden? Der olle Hans? LG, Mat |
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#9
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| Hallo Klaus, Klaus Wolf wrote: stimmt, die Frage erschien mir so in der Tat absolut rhetorisch. :o) > Frag nur: Was hats geschadet? Damals konnte man vielleicht einfach nur noch nicht so großflächig und planmäßig Schaden anrichten wie heute. > Heute könnte keiner davon seine Projekte finanzieren. Unsere > Wachstumsgesellschaft verlangt eben auch nach wachsenden Sensationen. Meine Kernfrage hierzu war: Macht es Sinn, die Haie ins Rampenlicht zu rücken und sie "ein Bißchen" auszubeuten, um sie schützen zu können? Und ob diese Motivation ehrlich gemeint ist. Ich glaube es nicht. Ich fand schon die Argumentation etwas zweifelhaft, daß man Orcas in Schwimmbecken sperren muß, damit die Menschen sie mögen und sich für ihren Schutz begeistern. In was für einem Irrenhaus leben wir denn eigentlich?!? Gruß, Mat |
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