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  #1  
Old 06-08-2005, 02:48 PM
diverhans
 
Posts: n/a
Default Die Gibraltar-Reise und Wracks (Teil 4)

Reisebericht /-Erzählung

*** Teil 4 ***

aus dem Inhalt (nicht chronologisch):
- Fahrstrecke, Km-Angaben
- Stationen
- Preise
- Eindrücke
- Tauchreviere (was, wo, wie, Sichtweiten, ..)
- TG`s mit Basis, Basenservice
- TG`s ohne Basis
- Reglements, Kriminalität, Landschaftsbeschreibung
- etc.
____________________________________

* Fortsetzung *

Einmal Tarifa und zurück


Der VW-Bus steht noch an Ort und Stelle; keine Einbruchspuren, keine fremden
neuen Fettfingerabdrücke .. alles so wie abgestellt. Gott sei Dank!
Wohl war mir bei der Sache nicht, waren wir doch fast einen ganzen Tag in
Gibraltar
unterwegs.

Die wunden Füße meiner Freundin finden auf dem Beifahrersitz Erholung. Sie
ist von allem entbunden.
Der Motor wird gestartet, und wir setzen die Reise fort, .. nach Tarifa!

Noch vor Algeciras sehe ich, daß die "Queen" Dampf aufmacht. Wo könnte ihre
Reise hingehen; in`s Mittelmeer oder durch die "Straße von Gibraltar" in den
riesigen Atlantik?
Meine Augen haften regelrecht an dem Dampfer.

Der Stau hält uns etwas auf, aber es geht vorwärts wenn auch zögerlich. Die
Straße ist recht gut ausgebaut. Hinter Algeciras ist der Weg relativ frei.
Die
Sicht zur Wasserstrasse ist recht unverbaut, sodaß ich den großen Dampfer
mehr oder minder gut beobachten kann. Er läuft nun Richtung "Straße von
Gibraltar"! Jepp! Das Gaspedal wird durchgetreten. Ich werde eine gute
Position finden, um noch ein schönes Foto von dieser Szenerie machen zu
können.

Zwischen Algeciras und Tarifa findet sich linker Hand eine Raststation;
schlecht ausgebaut, riesige Schlaglöcher, aber ein phantastischer Ausblick -
Afrika!
Gut 300m über Meeresspiegel liegt der Aussichtspunkt.
Die Rechtskurve spielt keine Rolle, es wird schon keiner kommen. Ruder hart
backbord und mit gepolter auf den Parkplatz ; bis an den Zaun!
"Waaaas machts du dennnn?" lautet die Frage meiner entsetzt schauenden
Freundin. "Das Fahrwerk .. dein Auto"
"Scheiß drauf! Man, dieser Seeweg und der Dampfer in dieser Kombination ..
hast du es a)
schon so gesehen und b) Fotos davon?"
"..davon" ist noch gar nicht ausgesprochen, da schlägt die Fahrertür .. von
außen.. auch schon zu! Das Umhängeband von ihrer Camera ist zwischen Tür und
B-Säule eingeklemmt.
"Laß los .. man!" mit einem Ruck ist das Problem zärtlich und gefühlvoll
gelöst, und ich hast zum Geländer .. die "Queen" ist recht schnell
unterwegs!
Phantastische Aussicht .. einfach genial .. diese Szene .. Afrika .. die
"Queen".. und alles eingefangen! Jepp!

Die Japse kriegen scheinbar "erst" durch mein hektisches Handeln mit, daß es
hier wohl etwas besonderes fotographisch festzuhalten gibt. Plötzlich sind
_alle_ am Knipsen, ..wie wild.
"Nicht die Windräder .. den Dampfer da .. du Depp!" ...die Antwort auf
seinen fragenden Blick. Er schaut immer noch blöde drein und fotographiert
nun seine Freundin .. mit Windrädern im Hintergrund.
Ich geb`s schnell auf, zünde mir `ne Camel für einsdreißig an und stell mir
vor, wie Maborohh-Weihld-west-Män beschissen an seinem Lagerfeuer sitzt,
sich
seine Schnautzhaare versengt und Kühe hüten muß, währenddessen ich dieses
hier erleben darf. Vielleicht sollte ich einen Werbefilm drehen .. für
rauchende Wracktaucher und/oder Schiffsfreaks...

Wind kommt nun merklich auf. Ich sehe erst jetzt die Schaumkämme.

Meine Freundin spielt an ihren langen Haaren auf dem Beifahrersitz.
Ihrerseits das Zeichen zum
Weiterfahren.

Tarifa erinnert mich, ..nun am späten Nachmittag hier angekommen.. , an eine
Wildwest-Stadt aus einem Wildwest-Film: Soweit keine Menschenseele .. nur
der
völlig entäuschte, innerlich zerbrochene Maborohh-Weihld-west-Män schländert
krumm und mit verkehrtherum angezündeter Kippe die Straße entlang ,
"Strohballen" vom nun starken Wind angetrieben huschen über die Straße.
Fensterladen schlagen an die Häuserwand. Eine Katze verprügelt einen Hund ..
...und sonst nix!
Ach doch: die Kulisse der "Queen" verschwindet langsam in den weiten des
Atlantik ..

Es geht (zufällig) vorbei an einer PADI-Bude. Geschlossen!
Weiter zum kleinen (Fischerei-) Hafen. Ein Uniformierter fängt mich am
geöffneten Zufahrtstor ab. Ich erkläre ihm mein Anliegen. Zu Fuß erreichen
wir beide einen der Schuppen, alle sehen gleich aus, und die Tore sind alle
grün. Er deutet auf eines der Tore und versichert mir, hier käme morgen früh
gegen 8.00 Uhr einer und würde mich ggf. "rausfahren".
Für mich klingt das zu einfach um daran fest zu glauben, dennoch habe ich
keine andere Wahl!

Eine weiteres Zeichen einer sicher kurz nach 1945 eröffneten und im gleichen
Monat wieder geschlossenen PADI-Bude... ein verfaultes Holz-Tauchermännchen
mit Farbresten, eingeschlagene Fensterscheiben und ein "offensichtlich im
Zorn" zerstörtes Logo o.g. Org.! Hier waren bestimmt Wracktaucher zu einer
Exkursion geladen, die dann bei 29,9m ihr Jacket anblasen mußten... so kurz
oberhalb des Brückenaufbaus eines sicher 6000 Tonners! Diese Exkursion
stelle ich mir einwöchig vor, mit 2 TG`s am Tag im NullZeitBereich und mit
Zufriedenheitsgarantie!
Tja .. das Resultat sehe ich hier ja nun. Aus die Maus! Hier ist nix los!
Der Bus wird am Strand (atlantische Bucht) geparkt. Der Wind pfeift heftig
aus Ost. Keine Brandung, arsch-kalt draußen, aber die Sonne lacht... soweit
man das bei dem Sandsturm erkennen kann.
Meine Freundin macht das "..ich will hier weg - Gesicht" , und das kann sie
gut! In entsprechenden Dringlichkeitsstufen. Die höchste scheint
offensichtlich erreicht.
Auf die Frage: "Wir könnten jetzt die Fähre nehmen und dann weiter nach
Casablanca fahren." sehe ich doch plötzlich lauter Aliens unter ihrer
Gesichtshaut krabbeln .. es werden immer mehr .. und ich befürchte, sie
durchbrechen im nächsten Augenblick ihre zarte Haut .. und springen mich an!
"War nur Spaß .. wir übernachten hier und hauen morgen früh ab."
Hmm .. die
Aliens sind so schnell weg, wie sie gekommen waren, ihre Haut glättet sich.
Ich bilde mir sogar ein, sie lächelt ein wenig. Doch das wiederum ist
natürlich völlig übertrieben.

Gegen späteren Abend gesellt sich ein Wohnmobil mit dt. Kennzeichen parallel
zu uns. Da der gute einen "Tarifa-Aufkleber" an seinem Heck hat, gehe ich
mal davon aus, daß er nicht zum ersten mal hier ist.
Nach kurzer Konversation erfahre ich von einem Campingplatz, ca. 5km
Richtung Cadiz von hier. Dort soll wohl auch eine TB am Platz "TURM EINS"
sein.
Schon läuft der TDI wieder .. als die Sonne im Atlantik verschwindet habe
ich mich mit dem Platzbesitzer verstritten (er wollte uns um diese Uhrzeit
nicht mehr aufnehmen), verbotenerweise den Campingplatz nach erwähnter TB
durchforstet und natürlich keinen weiteren Menschen und keine TB gefunden.
Als es dunkelt, sind wir wieder in Tarifa, essen was und gehen schlafen.

Am nächsten Morgen, Freitag, 20.05.2005 weckt uns nach einer unbequem
geschlafenen Nacht der Sturm. Im Hafen ist auch gegen 9.00 Uhr niemand am
besagten grünen Tor.
Nocheinmal geht`s zum Campingplatz; keiner weis etwas von TB und/oder
gesliptem Schlauchboot.
Am großen Strand, nördlich von Tarifa (Ortsgrenze) sind funktionierende
Duschen .. welch ein Segen!

Wir brechen auf .. treten die Rückreise an. Dat wa nu Gibraltar ..
endgültig! Ich war dort, es war schön, jedoch hätte ich dazu eine halbe
Tonne Tauchausrüstung vielleicht nicht zu Hause, aber doch in der TB bei
Jesus lassen können. Hätte so Kraftstoff gespart und die Nächte sicher
ausgestreckt und besser schlafen können.

Zu Mr. "Middelllllbörrryyyyiiii" möchte ich auch unter diesen Umständen
nicht. Sicher; ich hätte mit einem Eintrag in meinem Logbuch zur
Selbstbefriedigung glänzen können, habe aber doch noch einige wenige
verbliebene Prinzipien.

Wir versuchen bis Malaga etwas TB - ähnliches aufzutreiben. Ohne größeren
Aufwand so nicht möglich.
Doch! Eine finden wir in diesen Raum, da zuvor nochmals in meiner Literaur
recherchiert wurde: Ein Hotel am Strand, PADI-Hütte, siebzehn 1/2 - jähriges
Männeken welches gerade seine fette sechszehn 1/2 jährige Freundin mit
Eiscrem mästet. Beide Lümmeln auf einer Plastik-Liege welche unter dem
Gewicht (der Freundin) ächst.
Ich baue mich vor ihm (hinterrücks) auf:
"Fliiiiiejaaaah - Alaaahhhm!!!"
Er hüpft von der kleinen, deren Bauch nachschwingt und sie sogleich einige
Eiscremspritzer von ihrer großen Sonnenbrille wischt. Und er steht doch
tatsächlich kerzengerade vor mir.
"Gut Junge, .. nur 0,3 Sekunden, gut Junge .. gut so!" sage ich auf deutsch
und stecke meine imaginäre Stoppuhr wieder in meine Beinkleidtasche.
Das fette Mädchen zündet sich eine Zigarette an. Ich mir auch, nehme den
Ascher von "ihrem" Tisch, und Männeken und ich ziehen uns zur
Lagebesprechung in seine Hütte zurück.
Nach ca. 15min. habe ich die Information einer nahe dem Strand liegenden
"französischen Galeone" auf 18m. Er fährt mich und meine Freundin für je 30
Euro dort hin, quasi um die Ecke. Wir müßten jedoch noch warten, bis die
anderen Jünger plus Deifgeit von diesem Holzwurm-Wrack zurück sind. Ich
frage ihn, ob er Brot-/Brötchenkrumen zum Holzwurmfüttern hätte. Er
verneint,
und wir verabschieden uns höflich. Ich sage dem fetten Mädchen auch noch
tschüß
und stelle ihr den Ascher wieder hin.

Abends machen wir in La Herradura stop!
Der Bus wird am Wasser geparkt, etwas gegessen und zum idyllisch gelegenem
Hafen gegangen. Dort ist eine nette TB anzutreffen. Die anderen 3 Basen (im
Westteil des Ortes) hatten zu und/oder waren zu faul nach Läuten an der Tür
zu öffnen.
Eine von einem Berliner (wie sich später herausstellt) sichtlich
geschwängerte Spanierin spricht auf grund o.g. Tatsache recht gut deutsch.
Na ja, ..das mit der Tatsache ist natürlich relativ .. aber gehen wir mal
davon aus und stellen wichtige Dinge des Lebens nicht dauernd in Frage.
Jedenfalls ist sie recht nett , nimmt sich Zeit für meine Fragen und
versucht sie entsprechend zu beantworten.
Das Ergebnis: Die Truppe fährt für ca. 25 Euro/Nase um die Ecke und schmeißt
uns bei 14m Wassertiefe raus. Die Sicht ist gelinde gesagt zudem einfach
scheiße.
Auf meine Frage, ob ich das auch ohne Boot und deifgeit und ohne 2mal 25
Euro, also mit meiner Freundin vom Strand aus mit eigener Ausrüstung machen
könnte/dürfte, entgegnet
sie weiterhin nett und sinngemäß mit einem grinsen auf den Lippen: `Ihr wärt
schön blöde, wenn ihr es anders machen würdet, seid jedoch auf der Hut ..
hier werden heftigst Tauch-Mobile ausgeraubt!` Schnell genehmigt sie mir
meinen Plan, alles vor Ort am morgigen frühen Morgen auszuladen um
anschließend mein Tauchmobil kostenlos vor der TB zu parken .. direkt davor.

9.45 Uhr (nächster Tag) sind meine Freundin und ich rücklings zur Westseite
(Cap) der Bucht
schwimmend unterwegs und tauchen 10.02 Uhr in mein geliebtes Mittelmeer ein.
Ein Baggersee könnte sicher eine bessere Sicht aufzeigen! Egal .. wir
erreichen im Maximum 15,9m bei max. 4m Sicht horizontal und sind nach 34
Minuten mitten in der Bucht wieder an der Oberfläche.
Die Tauchklamotten fliegen auf den Strand, ich lege mich in den dunklen Sand
und frage mich, was ich eigentlich verbrochen habe .. in diesem Urlaub ..
oder auch vorher!
Gegen Nachmittag sehen wir noch 3 Delphin-Flossen in der schönen Bucht an
der Wasseroberfläche und eine HORDE von Tauchern mit ihren Fahrzeugen
anreisen.
Der Himmel zieht sich leicht zu, ich hole den Bus, wir verstauen alles und
parken (wieder) in diesem malerischem Hafen; direkt vor einem tollen
Restaurant .. in dem es frischen Fisch zu geben scheint!
Lecker .. denke ich mir .. mehr eigentlich nicht!
Mein Freundin schaut mich fragend an, ob wir wohl mit den gesparten 2mal 25
Euro hier am Orte hinkommen könnten. Sekunden später bietet man uns schon
den besten Platz an.
"Eine Fischplatte für 2 Personen , 2 Gläser Rose` und eine Flasche Wasser
bitte" lautet meine Bestellung. "Ohne irgendwelche Muscheln, wabblige
Tintenfische und sonstiges dergleichen bitte!" füge ich hinzu "..einfach nur
Fisch - Bitte!"
75% der Fischplatte besteht aus einem schleimigen, mich blöde und zu tode
erschrocken anglotzenden Tintenfisch. Schnell und fleißig schiebe ich mir
augenblicklich
die kleinen Wirklich-Fisch-Grillstückchen auf meinen Teller, lecke diese
einmal sabbernd an und frage meine Freundin, ob das dann so jetzt gerecht
geteilt sei.
Mit knurrendem Magen (ich zumindest) hauen wir nach gut 1 1/2 Stunden
gemütlichem Nachmittagsausklang aus dem Restaurant ab, dabei sind wir knapp
40 Euro losgeworden.

Weiter geht`s zum Cabo de Gata!

Es würde zu weit führen, diese recht nette von Salinen geprägte flache und
dann steil durch das Gebirgsmassiv ansteigende Ecke zu
beschreiben. Ich will dringend auf dieses Cap!
Diese Ecke sieht nach "Dampfer- und Segelschiffsunfällen" aus....!
Am Cap direkt ist eine "Wetter-/Meß-/Forschungsstation" errichtet. Eine
schmale Straße führt mal den Berg rauf und wieder runter, dann ... die
restliche
Wegstrecke zum Cap ist wieder sehr gut ausgebaut.
In einer Senke finde ich sogar einen steil ab-/und auf-/ und abfallenden
Schotterweg, welcher bis zum Strand führt!
Hääähh! Ideal!
Ich vergesse sogleich, daß ich keinen Lääändrohwer habe und haue das Ruder
ohne Komando hart steuerbord.
Meine Kleine noch sichtlich weiß / bleich vom "entgegenkommenden Verkehr -
Ausweichmanöver auf der 50cm breiten Straße ohne sinnreiche seitliche
Absturzsicherung" kriegt nochmals die Kriese, denn der Schotterweg fällt
fast senkrecht ab.
Sie schreit ..ich fahre ..sie schreit .. ich fahre auf der
gegenüberliegenden Seite ebenso mit Schwung wieder hoch, halte an und frage
sie: "Ich hätte unten in der Senke links abbiegen müssen .. aber bei dem
Geschrei .. und nu?" ..Minuten später, bei absoluter Stille: "Okay, parke
ich nicht am Strand, fahre ich halt wieder zurück und laufe das Stück. Mußt
halt dann am Straßenrand im Auto warten. Ich spring hier jedenfalls rein ..
wird ein 20-Minuten-TG! Versprochen!"

Schrei.. Fahren .. Schrei.. Fahren ...wechseln sich (nochmal) kurzzeitig ab.

Ich bin soweit schwitzend angezogen (ähm .. transpirierend .. Pferde und
Frauen schwitzen!).. im Trocki .. der HT ist völlig untergekramt, und die
Zeit drängt.
Schnalle mir die 10er samt
Cressi S111 auf den Rücken, minimalste Ausrüstung! Ich beeile mich dermaßen,
daß ich Rekordzeit schaffe. Der Hintergrund ist; zuoft haben mich bei
derartigen Aktionen irgendwelche Leute/Behörden/Uniformierte an TG`s
gehindert. Plötzlich waren sie da und haben mir verboten, hier und da
tauchen zu gehen. Also ist Eile geboten! Schnell muß gehen!

Noch ein Kuß auf die Wange meiner Freundin mit den Worten: "Bin gleich
wieder da!" Ich drehe mich um, mache 2 Schritte und sehe einen Jeep
heranbrausen. In einer Staubwolke hält er, zwei Uniformierte steigen
gemächlich aus, rücken dabei Revolverhalfter, Totschläger, Handschellen,
Handgranaten, Seil mit Schlinge (zum Aufknüpfen), Elektroschocker, (...) und
anderes Spielzeug zurecht und schländern wichtig meiner Person entgegen. Ich
wende mich meiner Freundin mit den Worten zu: "Siehst du .. `war doch nicht
lange weg .. oder!?"
Mir rinnt das Waser die Stirn runter. Die Jungs sind sichtlich deutlich
besser bewaffnet als ich .. ich gebe auf .. mit der Handlung, erstmal
Tauchflasche abhalftern!

Ich verkneife es mir, einen der beiden Burschen darauf aufmerksam zu machen,
daß an seiner Uniform ein Knopf fehlt. Es brennt mir unter den Nägel .. man
kann doch schließlich nicht sooo rumlaufen .. aber ich verkneife es mir. Wat
is dat führ ne Welt .. heutzutage!

Das Gelaber nimmt seinen Anfang. Ich versuche den beiden Burschen klar zu
machen, daß oben an der "Wetter-/Meß-/Forschungsstation" extra eine große
Tafel angebracht ist, der deutlich an Hand der internationalen Bildsprache
Verbotenes zu entnehmen ist. Darunter ist ein Schnorchler mit Harpune zu
finden ..rot durchkreuzt; jedoch kein Gerätetaucher weder mit noch ohne
Harpune!
Es nütz nix; ich habe das Gefühl, daß hier gleich `was beschlagnahmt werden
könnte und gebe auch hier auf, mit den abschließenden Worten: " ...Wo kommt
ihr um Herrgotts Willen denn eignetlich (so schnell) her?"
Beide grinsen und zeigen auf die "Wetter-/Meß-/Forschungsstation"! Scheinbar
sitzt da wohl `n Spanner mit Fernglas drin, denke ich mir so, und scheißt
Taucher an!

Beide wollen nun gehen, da tippe ich doch noch auf die Stelle an der
eigentlich der ordentlich vernähte entsprechende Knopf gehört. "Sorry,
...ähm.. es brannte mir einfach unter den Nägeln.. , sorry .. nix für ungut!"
Der andere lacht, jetzt auch der "Betroffene" und ich kann meine Ausrüstung
_wieder_ in Sicherheit wiegen. Militärisch korrekt grüße ich mit etwas
aufgehaltener Hand über meiner Schulter.
Ich bekomme noch zum Dank "dafür" den Tip, daß in San Jose (unweit von hier)
eine TB ansässig sein soll, welche Tauchgänge ermöglicht.

Es ist schon recht spät, die Sonne scheint jedoch noch kräftig. Also wird
kräftig in die Gaspedale getreten, um ggf. heute Abend dort noch eine
kompetente Persönlichkeit anzutreffen.
Schnell ist die Bude im äußersten Winkel des kleinen Hafens (links) gefunden
und hat auch noch auf!
Meine Augen heften sich als erstes an die groß aufgespannte detaillierte
Seekarte, ..könnte ja sein, daß ich hier schnell wieder rausfliege und/oder
der Laden gleich dicht macht.
Freundlich kommt ein junger (recht hübscher Franzmann) auf uns zu, spricht
uns an.
Ich spuhle mein Anliegen runter.
Schnell gibt er mir zu verstehen, daß es morgen früh zu dem 1928 gesunkenem
größerem Dampfer auf 42m gehen soll, am Cap .. direkt am Cap!
Hääähää .. die Freude ist groß! Wußt`ich`s doch!
"Mal-zwei bitte, wir haben alles dabei, und blabla... "Neeee ..." sagt er
"..wir sind voll, das GFK ist voll .. 12 Leute!". Mir entgleisen die
Gesichtszüge: "Schmeiß zwei oder wenigstens einen raus .. oder bring einen
um .. mir egal .. zwei-mal ..bitte! Es ist mir sogar (monentan) egal wie der
Dampfer heißt .. man! Also, was muß ich tuen für 2 Fahrkarten?"
Irgendwann sehe ich ein, daß voll eben voll ist! Da der Gute von meiner
netten Art begeistert ist, bekomme ich noch den Tip einer anderen am Ort
ansässigen TB.
Minuten später schlagen wir dort auf. Die sind auch voll und schwallen was
von nächster Woche Mittwoch.

Wir sitzen wieder im Auto und genießen die Aussicht auf die kilometerweiten
endlos erscheinenden weißen plastikfolien-abgedeckten Gewächshäuser... voll
mit Tomaten und anderen Kostbarkeiten.
Die Abkürzung um auf die Straße nach (Richtung) Cartagena zu kommen ist
genial; ein verfestigter, mit Schlaglöchern versehener Sandweg .. dazu
endlos!

Spät abends, es ist bereits stock-dunkel sind wir wieder am Cabo de Palos!
Direkt am Cap, völlig ungestört und mit direktem Blick auf mein
Lieblingsmeer rödeln wir den Bus zum Nachtlager bereit.
Als selbsternannter Ladungsoffizier und Experte gelingt es mir wiedereinmal
im Handstreich alles so auf die Vordersitze zu verstauen, daß wir das "Bett"
ausklappen/ausfahren können um mal ausgestreckt schlafen zu können.

Mit dem genialen Rauschen meines Lieblingsmeeres, einer unversperrten Sicht
auf dieses und einem leichten Wind lasse ich den Tag ausklingen .. und fange
irgendwann an, in den Sonntag (22.05.2005) zuschlafen...

*** Fortsetzung folgt ***

*** Ich arbeite bereits daran!***
*** Wird auch wieder interessanter..denke ich!***

Lg, Rene Heese

(c) 2005

rechtlicher Hinweis:
(nicht auf Rechtschreibung geprüft. Die Schilderungen sind grundsätzlich
übertrieben und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig, dieser
Bericht soll
lediglich unterhaltenden Charakter tragen und zur Belustigung dienen- kein
Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit)










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  #2  
Old 06-08-2005, 05:06 PM
diverhans
 
Posts: n/a
Default Re: Reisebericht Teil 4


> Und hoffentlich gibt es noch weitere (echte) Tauchgänge...


Schon dabei .. beim Schreiben! Allerdings einige TG`s , die "man" lieber soo
nicht machen sollte.. ;-//

Gruß, Rene




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